Universal Hydraulik GmbH
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Offensive im Prüfstandsbau

Universal Hydraulik forciert die Entwicklung
maßgeschneiderter Lösungen

Ohne Frage, das Familienunternehmen Universal Hydraulik ist bekannt. Seit Jahr und Tag bringt man die Firma mit Wärmetauschern in Verbindung. Über welche Kompetenzen die Hessen im Bau von Prüfständen verfügen, war bislang nur wenig bekannt. Das soll sich nun ändern.

Autor: Franz Graf, Chefredakteur fluid

Prüfstand

Mal ganz ehrlich. Trauen Sie einem Unternehmen, das sich im Wesentlichen dem Produkt Wärmetau-scher verschrieben hat, den Bau von Prüfständen zu? Die Firma Internormen Technology in Altluss-heim, seit gut einem Jahr Teil des US-Industriekonzerns Eaton, hatte keine Bedenken. Im Gegenteil: F+E-Leiter Lothar Nagel schwärmt: „Der Prüfstand ist seit 2005 bei uns in Betrieb und wir sind damit sehr zufrieden. Der Prüfstand ist bei uns in die Produktion eingebunden und da muss man sich auf die schnelle Lösung eines eventuell aufretenden Problems auch verlassen können. Und das war bisher immer der Fall.“Das Unternehmen, das sich die Entwicklung und Produktion von Wärmetauschern, Kühlfilteranlagen, Prüfständen und anderes mehr zutraut, heißt nicht ohne Grund Universal Hydraulik und hat seinen Hauptsitz in Neu-Anspach. Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch: Die Hessen bauen seit gut 25 Jahren Prüfstände für die gesamte Industrie. Von daher wusste die Geschäftsleitung in Altlussheim und Lothar Nagel bei der Auftragsvergabe seinerzeit schon sehr genau, worauf man sich einließ. Angefangen hat bei Internormen Technology alles damit, dass aufgrund des immer größer werdenden Sortiments und gestiegener Produktionsmengen die Prüfung von Filtern in der bisherigen Art kaum mehr zu bewältigen war. Lothar Nagel erinnert sich: „Wir hatten die Kapazitätsgrenze erreicht. Und so haben wir uns für einen neuen Prüfstand für Hydraulik- und Schmierölfilter ausgesprochen, den wir 2005 in Betrieb genommen haben. Damit prüfen wir die Dichtheit aller Filtergehäuse vor der Auslieferung an die Kunden.“

Diplomarbeit als Basis für das Lastenheft
Was sich im ersten Moment so simpel anhört, ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Dazu einige Fakten und Zahlen: Geprüft wird mit dem 1,5-fachen des normalen Nenndrucks. Das Filtersortiment deckt Betriebsdrücke von 10 bar bis 420 bar ab, im Einzelfall auch bis 600 bar. Die Volumenströme reichen von 30 l/min bis hin zu einigen Tausend Litern pro Minute. Schon alleine an diesen Kennzahlen lässt sich erahnen, wie difizil die Aufgabenstellung für den Bau des neuen Prüfstandes war. Auf die Frage, wie die Filterprüfung denn bisher gelöst wurde, antwortet Nagel: „Wir haben vor 2005 auch schon mit einem Prüfstand gearbeitet, da war aber noch viel Handarbeit im Spiel. Dieser Prüfstand hatte maximal ein Drittel der heutigen Anlage. Daran lässt sich schon erkennen, dass seinerzeit akut Handlungsbedarf gegeben war. Wir mussten also an dieser Stelle automatisieren, aber aufgrund unseres reichhaltigen und vielseitigen Filtersortiments mit einer hohen Flexibilität.“Dass sich die Filterspezialisten in Altlussheim nun für Universal Hydraulik als Prüfstandslieferanten ausgesprochen haben, ist folgendem Procedere zuzuschreiben: „Wir haben ein ganz gewöhnliches Ausschreibungsverfahren auf den Weg gebracht. Universal Hydraulik hat schließlich den Zuschlag erhalten, weil die Firma das günstigste Preis-Leistungsverhältnis bieten konnte“, betont Nagel und ergänzt: „Es gab auch noch andere Firmen, die das Projekt technisch hätten realisieren können. Das i-Tüpfelchen bei der Entscheidung war die Bereitschaft von Universal Hydraulik, den Prüfstand so zu realisieren wie wir das wollten.“Was man nun im ersten Moment im Rahmen einer Kunden /Lieferantenbeziehung als Selbst­verständlichkeit betrachtet, war in diesem Fall gar nicht so selbstverständlich. Der F+E-Leiter von „Eaton`s Internormen Technology“ erklärt: „Es war relativ schwierig, die Aufgabenstellung so zu definieren, dass man ein Angebot über das erhält, was man eigentlich auch haben möchte. Die Vorarbeiten für den Bau eines Prüfstandes sind halt doch wesentlich komplexer, als das beispielsweise bei einem Hydraulikzylinder der Fall ist.“Um nun zu all den wichtigen Spezifikationen zu gelangen, wählte der Filterhersteller einen nicht gerade alltäglichen Weg: eine Diplomarbeit sollte den Weg aufzeigen. Nagel: „Im Rahmen der gemeinsam mit der HTW Dresden erarbeiteten Diplomarbeit haben wir zunächst alle Anforderungen bezüglich des Prüfstandes gesammelt und gewertet. An oberster Stelle standen Sicherheits-fragen und dann natürlich die rein technischen Spezifikationen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie der Prüfstand einmal aussehen wird. Diese Diplomarbeit war schließlich die Basis für das zu erstellende Lastenheft. Darin waren schon sehr viele Details des Prüfstandes fixiert, die äußere konstruktive Ausführung allerdings noch nicht. Auf der Grundlage dieses Pflichtenheftes haben wir schließlich im Rahmen einer Ausschreibung die entsprechenden Angebote eingeholt.“

Michael A. Uhl, Universal Hydraulik GmbH

Hohe Sicherheit und einfache Bedienung
Auch wenn das bisher noch kein Thema war, natürlich spielen bei einem derartigen Großprojekt auch die Kosten eine Rolle. Lothar Nagel erklärt: „So eine Diplomarbeit bietet ja noch alle Freiheiten und es ist schon so, dass man sich einen Daimler wünschen könnte. Nachdem die Diplomarbeit vorlag, war noch eine gewisse Optimierung nötig, um das von der Geschäftsleitung vorgegebene Budget einzuhalten.“ Apropos Budget: So exakt wollte Nagel den Preis des Prüfstandes dann doch nicht nennen und umschreibt von daher die Summe mit einigen Hundertausend Euro. Aufgrund der von Internormen Technology vorgegebenen Spezifikation machte sich nun Universal Hydraulik an die Arbeit. Dass bei diesem Projekt viel Know-how gefordert war, erklärt sich schon alleine aus der beschriebenen Aufgabenstellung. Karl Helmut Müller, Technischer Leiter Anlagenbau, erklärt die Herangehensweise: „Aufgrund der Filtergeometrien, des Filterdurchsatzes und einiger anderer Kriterien ergaben sich die äußeren Abmessungen. Konkret: 2,20 Meter Kabinenbreite, 2 Meter Tiefe, 2 Meter Höhe, Gewicht knapp 12 Tonnen.“Bezüglich der weiteren Detailbeschreibung an der Stelle nur so viel: Der Dichtheitsprüfstand besteht im Wesentlichen aus einem Hydraulikaggregat, einer Elektrosteuerung und aus drei Prüfkabinen. Diese begehbaren Kabinen sind unterteilt nach Prüfdrücken: Kabine 1 bis 630 bar, Kabine 2 bis 300 bar und Kabine 3 bis 100 bar. Die Prüflingsparameter werden über Barcode eingelesen und nach erfolgter Prüfung archiviert. Als Mensch-Maschinen-Schnittstelle wird ein Touchscreen-Display eingesetzt. Die Steuerung erfolgt über eine Soft-SPS mit entsprechender Visualisierung. Bei diesem Prüfstand wurde auf eine klare, einfache Bedienung sowie hohe Sicherheit Wert gelegt.

Lothar Nagel, Eaton


Komponentenlieferant und Anwender
Universal Hydraulik und Eaton

Universal Hydraulik beschäftigt am Firmensitz in Neu-Anspach etwa 60 Mitarbeiter. Daneben gibt es eine Fertigung in Putim in Tschechien. Das Familienunternehmen ist spezialisiert auf die Konstruktion und Herstellung von Wärmetauschern und Kühlsystemen für Fluide aller Art. Zudem ist die Firma Systemlieferant von Hydraulikanlagen inklusive Pneumatik, Schmierung, Kühlung und elektrischer Steuerungstechnik. Weitere Infos unter www.universalhydraulik.de
Die Wurzeln der heutigen Internormen Technology GmbH liegen im Jahr 1972, als Helmut Franger seinerzeit die Internormen Filter GmbH gründete. Seit gut einem Jahr ist die Firma Teil des Industriekonzerns Eaton. Das Produktportfolio der „Eaton`s Internormen Product Line“ reicht heute weit über die Herstellung und den Vertrieb von Hydraulik- und Schmierölfiltern hinaus. Mehrere Unternehmensbereiche, darunter beispielsweise Contamination Monitoring, untermauern das. Weitere Details unter www.eaton.com/ἀltration oder www.internormen.com.

Karl-Helmut Müller, Universal Hydraulik GmbH

Vorwärtstrategie trägt Früchte
Apropos Bedienung: Lothar Nagel ist in diesem Zusammenhang noch eines wichtig: „Der Prüfstand steht ja nicht irgendwo im Elfenbeinturm, sondern verrichtet seine Arbeit mitten in der Produktion. So gesehen bedient diese Anlage kein Spezialist, sie wird innerhalb einer Schicht oft von mehreren Personen bedient und alle müssen mit der Software klarkommen. Dieser Tatbestand war für den Prüfstandsbauer eine große Herausforderung. “Auch wenn man den Namen Universal Hydraulik vorwiegend mit Wärmetauscher in Verbindung bringt, so ist dem Geschäftsführer Michael A. Uhl der Hinweis doch wichtig, dass das Unternehmen bereits seit 25 Jahren auf den Kunden zugeschnittene Prüfstände realisiert. An der Stelle nur ein kleiner Ausschnitt von bereits umgesetzten Lösungen: Berstdruckprüfstände, Analyseprüfstände für mechatronische Systeme, Reifenbelastungsprüfstände, Differenzdruckprüf-stände und vieles mehr. Uhl: „Der Dichtheitsprüfstand bei Eaton in Altlussheim dokumentiert sehr deutlich unsere Kompetenz. Auf diesem Sektor haben wir jahrelang Know-how angesammelt und weil das so ist, werden wir diesen Bereich zukünftig forcieren und hier auch wesentlich investieren. Ich räume aber ein, dass unser Bekanntheitsgrad auf diesem Gebiet noch nicht so ist, wie ich mir das wünsche. Aber wir arbeiten daran.“Dass diese Vorwärtsstrategie bereits Früchte trägt, offenbart sich auch darin, dass für einen anderen Standort der Eaton Corporation bereits ein weiterer Prüfstand in Arbeit ist. Lothar Nagel bestätigt: „Wir haben auch den zweiten Prüfstand wieder ausgeschrieben. So gesehen war die Auftragsvergabe kein Automatismus aufgrund der durchwegs positiven Erfahrungen mit dem ersten Prüfstand von Universal Hydraulik.“ Und Michael A. Uhl ergänzt: „Wie allgemein üblich, wird der Prüfstand bei uns im Haus abgenommen, demontiert und vor Ort beim Kunden wieder in Betrieb genommen.“Bei derart komplexen und diffzilen Konstruktionsbauweisen stellt sich beinahe zwangsläufig die Frage nach der Bauzeit. Karl Helmut Müller antwortet: „In der Regel sind damit rund 12 bis 16 Wochen verbunden. Man darf dabei ja nicht vergessen, dass es sich hier um auf die Kunden zugeschnittene Maßanfertigungen handelt. So gesehen gibt es bei uns auch keine Prüfstände von der Stange.“Warum der Universal Hydraulik-Chef zukünftig verstärkt auf den Prüfstandsbau setzt, hat mehrere Gründe. Uhl: „Wir haben gerade in letzter Zeit immer wieder sehr positive Rückmeldungen von unseren Kunden erhalten. Das hat auch Gründe: Wir können mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis aufwarten, bieten gute Qualität und stehen auch dafür, dass wir sehr kundenspezifische Lösungen erarbeiten. Das beflügelt uns natürlich enorm, diesen Bereich weiter auszubauen.“ So betrachtet macht es für fluid durchaus Sinn, in absehbarer Zeit noch einmal Bestandsaufnahme zu betreiben.